Modern Family

Ich habe euch erzählt, dass ich immer wieder zwischen den Zeiten abwechselnd hin und her springen werde. Es werden dadurch immer wieder verschiedene Themen direkt oder indirekt angesprochen, die mich so ausmachen wie ich bin oder die mich beschäftigen. Nun, ich werde das aber nicht nach der Reihenfolge machen, da ich eher ein Mensch des Chaos bin und ich finde, dass jedes Chaos auch eine besondere Art der Ordnung hat. Heute geht es, wie der Titel schon verrät um die Familie.

Familie. Eine Lebensgemeinschaft. Jeder versteht unter dem Begriff Familie eigentlich die Definition eines Paares und ihren Nachkommen, ganz gleich, ob diese durch Adoption oder durch Sex zum Mitglied der Familie wurden. Ich habe gelernt, dass dies aber weitaus eine sehr eingeschränkte und veraltete Sichtweise ist, denn die Definition geht weit über das bereits definierte hinaus.

Meine Schwester Ayleen ist der Ansicht, dass jeder gleich so neue daher gelaufene Freund zur Familie gehört. Ich muss ehrlich sagen, dann wären wir jetzt schon bei mindestens 264 Familienmitgliedern (Anzahl stetig steigend), doch sagen wir 96 Prozent würden sich von selbst nicht mehr dazu zählen. Meine Schwester, wer sie noch nicht kennt, wird sie Achtung „Spoiler Alarm“ noch kennen lernen. Jeder der sie kennt, glaubt mir, würde euch sagen, dass sie irgendwie ein bisschen abgespacet ist. (Abgespacet = von einem anderen Planeten)  Naja, sie ist halt ein bisschen wie meine Mom früher, sie bringt jede zweite Woche einen neuen Typen nach Hause und ist wirklich davon überzeugt, es sei die Liebe ihres Lebens. Und allein über ihre Typen, könnte ich euch ein ganzes Buch schreiben, von dem Baby boy Justin Bieber zu dem heißen, rebellischen Typen Kanye West, bis hin zu dem anständigen und seriösen Barack Obama. Einmal saßen ich und meine Freunde in der Küche und aßen Pizza, da kam einer runter mit dem sie zurzeit was hatte, um etwas zu trinken und ging anschließend wieder zu ihr ins Zimmer. Es war einer, der ihrem Kanye West Muster entsprach. Meine Freundin sprach mich natürlich sofort an, wer der heiße Typ in unserem Haus sei und ich: „Ach, das ist nur die aktuell, möglicherweise große Liebe meiner kleinen Schwester.“. So ging es alle 2 bis 4 Wochen immer wieder aufs Neue. Ich war mir aber sicher, dass wenn sie ihnen das Herz brach, die Kanye West wie auch die Barack Obama Typen das glaube ich besser verkrafteten, als die Justin Bieber Typen. Aber da hatte ich mich offensichtlich vertan, weil ausgerechnet ein Justin Bieber Typ ihr das erste Mal das Herz brach und nicht umgekehrt. Ich schwöre euch, das Liebesleben meiner Schwester ist besser als „Reality Tv“ und sie ist erst 15 Jahre alt, meine sehr verehrten Damen und Herren. Das eher traurige dabei ist, seit Justin Bieber ihr das Herz in Millionen Stücke gebrochen hat, bricht sie zusätzlich noch mehr Männer/Jungs Herzen. Dabei ist sie offensichtlich jedes Mal davon überzeugt, dass es dieses Mal wirklich die große Liebe ist. Meine Freunde und ich schließen mittlerweile Wetten ab, wie lange die ach so große Liebe wohl dieses Mal von Dauer sein wird. Naja auf jeden Fall ist sie der Ansicht, dass ihre große Liebe und ihre anderen zich Millionen Freunde und manchmal je nach Lust und Laune auch wir, ihre Familie sind.

Für meine Eltern ist Familie das, was wir sind, sie, meine Schwester und ich und vielleicht noch ein paar dazu gehörige Verwandte denen sie trauen. Es ist nun mal so, sie sagen Familie ist man irgendwie durch Blut, dennoch gehört mein Onkel beispielsweise für sie nicht zu Familie, was irgendwie ihren eigenen Einstellung wiederspricht. Mal davon abgesehen, dass mein Onkel allgemein ein A******** ist. An meine Großeltern und auch an meinen Lieben Onkel die das eventuell gerade lesen, es tut mir leid, aber das ist nun mal meine Wahrheit und ich hab gesagt bzw. geschrieben, dass ich bei der Wahrheit bleiben werde. Auch wenn mich Leute danach vielleicht nicht mögen werden, ist mir das eigentlich relativ egal, weil diese Leute mir dann schon vorher egal waren. Und sehr verehrter Onkel, lass dir gesagt sein, dass man erntet was man sät. Nun, schweren Herzens bin ich einverstanden, dass sie diesen Teil nicht als Familie ansehen. Auch wenn meine Eltern von so unterschiedlichen Welten kamen, sind sie mittlerweile eine Einheit und zu unseren wöchentlichen, internen Familien Interventionen sind nur ich und meine Schwester zusätzlich gestattet. Das war nicht immer so, wir hatten mal eine Person, die wie als Pflegeschwester bei uns wohnte und als Familienmitglied behandelt wurde. Aber irgendwas, was ich bis heute nicht verstehe und wo ich nicht involviert wurde, ist vorgefallen und seitdem lebt meine Familie nach ihrem „Blut ist zumindest teilweise Familie“ Motto.

Für mich bedeutet Familie etwas ganz anderes, wie für meine Schwester oder meine Eltern. Auch wenn ich meine Schwester so manches Mal gerne aus meinem Leben rausgeschmissen hätte, gehört sie zu meiner Familie. Ich muss sagen, da spielt aber Blut eine große Rolle, dass ich sie auch zu meiner Familie zählen kann. Das klingt so böse, wenn man es so sieht, aber wir wären ohne verwandt zu sein, niemals zusammen aufgewachsen und hätten niemals eine Verbindung zueinander aufbauen können. Wenn wir nicht genetisch verbunden wären, hätten wir kaum Gemeinsamkeiten und wären wahrscheinlich nicht einmal befreundet. Das, was sich meine Schwester Ayleen leistet, können sich nur Menschen leisten, die zu meiner Familie gehören. Da war das am wenigsten schlimmste, was sie mal gebracht hat, als wir zusammen ein Straßenschild geklaut hatten und sie es mir auf den Kopf geschlagen hat. Dabei hat sie mich ausgelacht, als sie rausfand, dass ich eine Platzwunde hatte. Das ist wirklich Liebe, wenn man ständig solche Sachen verzeiht. Naja, aber umgekehrt würde ich behaupten, ist es nicht anders. Nur so viel dazu, ich habe sie schon als Kind versucht umzubringen, weil ich nicht mehr der Mittelpunkt meiner Eltern war. Andere meinen jetzt bestimmt ich übertreibe oder ich weiß nicht wovon ich da rede, aber ich kann mich an fast alles erinnern seit ich 4 Jahre alt bin. Und als ich ca. 5 Jahre alt war, habe ich meiner Schwester eine Batterie gegeben, damit sie sie isst. Gegessen hat sie sie und leben tut sie jetzt Gott sei Dank immer noch. Nur so viel dazu, vor lauter Panik, da ich doch kein harter, skrupelloser Psycho Killer wie ich erwartet hatte, bin, habe ich es meiner Mom gestanden und wir fuhren sofort ins Krankenhaus. Drei Tage lang war ich dazu verpflichtet die Ausscheidungen meiner Schwester zu durchsuchen, als Strafe für meine grausame Tat. Das ist nur eine von vielen Geschichten, aber die anderen Geschichten sind für ein anderes Kapitel bestimmt. Ich und meine Schwester führen irgendwie eine Hassliebe in unserer Beziehung, dennoch ist sie Familie. Nach dem Motto: Nur wir dürfen einander umbringen, aber für den anderen würden wir sterben. Erinnert mich irgendwie an den Film Ms. & Mr. Smith, nur dass es sich da um ein Ehepaar handelt.

Also meine Familie besteht natürlich nicht nur aus meiner Schwester, meine Eltern gehören für mich auch dazu. Zu meinen Eltern hatte ich zu Beginn nicht gerade eine einfache Beziehung, sie ging durch viele Talfahrten, würde ich mal metaphorisch behaupten. Dennoch lieben sie mich und haben vieles für mich geopfert, wofür ich immer dankbar sein werde. Meine Mom war diejenige, die als ich als Kind so schwer krank war, immer für mich da war und mich nie im Stich gelassen hat. Und mein Dad ist eben mein Dad, er ist da, auf eine, eben Dad Weise. Sagen wir es so, er macht aus allem nicht immer so ein Drama. Dad, wenn du das hier liest „I still love you“. Aber das ist für mich nicht das, was Familie ist. Nicht allein Blut macht eine Familie aus und ein Mensch braucht mehr als nur seine Blutverwandtschaft. Familie ist Loyalität. Meine engsten Freunde sind für mich Familie. Ich habe sie aber nicht getroffen und wusste dann, diese bekloppten Menschen da, gehören zu meiner Familie. Nein, sie mussten sich das erst verdienen, genauso wie ich mir es verdienen musste, zu ihrer Familie dazu gehören zu dürfen.

Eine Freundin hat mir mal gesagt: „Erst in den dunkelsten Stunden deines Leben, trennt sich der Spreu vom Weizen“. Und sie behielt bis heute Recht. Denn dann zeigt sich die wahre Loyalität, das ist der Zeitpunkt indem ein Freund oder eine Freundin zur Familie wird. Und egal wie das Spiel des Lebens so läuft, wird er oder sie zur deiner Familie gehören. Die anderen sind Freunde, die man wie Freunde liebt, aber nicht so sehr wie die Familie. Familie ist für mich eine Gleichung die unveränderbar ist, es ist eine Bindung, die nur durch den Tod beendet werden kann. Es sei denn, man trifft sich nach dem Tod, aber das ist was, was ich noch nicht sicher behaupten kann. Familie bedeutet für mich eine Entscheidung, sein eigenes Leben an die zweite Stelle zu stellen, für einander zu kämpfen, zu verzeihen, auch wenn nicht um Verzeihung gebeten wird. Loyal zu sein, wenn es dich am meisten fordert. Für einander zu leben, auch wenn es nur ums Überleben geht. D­­as ist was Familie ausmacht. Nicht Blut, Geld oder Macht, sondern genau diese Gründe.

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